8. November 2007
Gerade wurde in einem Forum, in dem ich relativ neu bin ein thread geschlossen. Ich möchte mich dort nicht in die Nesseln setzen und einen neuen thread zu dem Thema aufmachen, aber mir waren einige Gedanken dazu im Kopf herum gegangen, die ich hier gerne aufschreiben möchte:
Es ging (so habe ich es verstanden) um den Wert selbstgemachter Sachen. Ist es der reine Materialwert, oder muss man den ideellen Wert, das Herzblut, stärker gewichten. Ich muss sagen für mich ist das auch extrem schwer. Ich selber merke immer wieder, dass ich den Wert der von mir selbst gemachten Sachen oft eher unterschätze.
Ich habe schon bei einige Wichtelaktionen mitgemacht, wo dann ein Wert festgelegt wurde. Das Geschenk sollte also z.B. mindestens 5 Euro wert sein. Ich wollte gerne etwas selbstgemachtes verschenken und habe dann überlegt ob ich da jetzt den Materialwert anlegen müsse. Ehrlich gesagt finde ich nicht, denn ich stecke da ja auch (mal mehr und mal weniger) Zeit hinein. Meine Zeit ist auch etwas wert! Dazu kommt dann noch die Liebe und das Herzblut die ich mit hineinstecke. Dies kann und will ich nicht bewerten. Letztlich habe ich dann neben dem selbstgemachten Anteil auch noch gekaufte Kleinigkeiten mit hinein gepackt. Ich weiß nicht wie hoch der materielle Wert im Endeffekt war, aber es war mir dann auch egal. Hauptsache mein Wichtel hatte Freude dran.
Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass alles was ich gebe auch wieder zu mir zurück kommt. Wenn nicht direkt bei einem Tausch oder in der jeweiligen Wichtelaktion, so doch sicherlich aufs ganze Leben betrachtet. Ich denke der materielle Wert kann allenfalls ein Anhaltspunkt sein. Wenn man zum Beispiel das Beispiel filzen nimmt, so ist der materielle Wert oftmals sehr gering. Filzen dauert aber je nach Größe des Objekts unter Umständen ziemlich lange, so wirds mit der Bewertung ziemlich schwierig.
Dann sehen ich in der BeWERTung selbstgemachter Dinge noch einen ganz wichtigen Aspekt: der persönliche Geschmack. Auch wenn ein Stück evtl einen hohen materiellen Wert hat, muss es doch mir das nicht auch direkt wert sein. Ein Porsche ist ein teures Auto, mir wäre es aber nie soviel wert, wie es kostet. Also WERT liegt immer auch im Auge des Betrachters, des Konsumenten, des Abnehmers. Wenn mir als Produzent etwas sehr viel wert ist, dann muss ich mir eben den Abneher suchen, dem es da ähnlich geht und mir den WERT in Euro oder was auch immer ich als gleichWERTig empfinde bietet.
Kurz und gut: Ich finde eine solche WERTermittlung äußerst schwierig und bin froh, dass ich mich nicht vom Verkauf selbstgemachter Dinge ernähren muss, da ich sonst sicher verhungern würde…